Hilfe kommt aus Bregenz

Stellen Sie sich vor, 45 Autor:innen lesen an einem einzigen Tag mehrere Stunden in ganz Bregenz und Sie können gemütlich von einer Lesung zur nächsten spazieren und dabei nicht nur den Geschichten lauschen, sondern auch die Stadt durchstreifen und neue Orte kennenlernen.

An Ostern 2022 ist die belesene Stadt der Höhepunkt der Reihe „Literatur im Schwärzler“, die zwischen 2015 und 2019 als Kooperation von Hotel Schwärzler, Theater KOSMOS und literatur vorarlberg bzw. der Literaturzeitschrift miromente stattfand. Jeweils am Osterwochenende brachte dieses Veranstaltung rund 10 Autor:innen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum bei einem Symposium zusammen.
Als spektakulärer letzter Durchgang und Abschluss, sollte die Reihe 2021 nochmal alle Autor:innen mit Begleitung im Schwärzler zusammenführen. Es war ein großes Fest angedacht, fast alle Autor*innen haben ohne zu zögern zugesagt und die Einladung mit Freuden angenommen. So wurde die ganze Stadt Bregenz in das Projekt miteinbezogen mit der Idee, dem Publikum einen ganzen Tag in der Stadt verteilt an einem Dutzend Orte literarische Geschichten anzubieten.

Die Pandemie hat leider einen Strich durch die Rechnung gemacht, die komplexe Veranstaltung war im Frühjahr 2021 so nicht umsetzbar und ein zwangloses Fest mit echten, analogen Begegnungen nicht denkbar. Deshalb entschlossen sich die Beteiligten, zu denen nun auch das Bregenzer Stadtmarketing, die Kulturabteilungen der Stadt Bregenz, des Landes Vorarlberg, des Bundes, sowie Vertreter:innen verschiedener privater Sponsoren zählen, das Projekt auf Ostern 2022 zu verschieben.

Da wird es so weit sein. Und wie immer seit 2015, wird auch dann eine Anthologie mit Geschichten erscheinen, die von den Autor:innen exklusiv für diesen Anlass geschrieben werden. Und so wie auch in den bisherigen Ausgaben, sollten sich die Geschichten wieder um ein spezielles Motiv drehen, das im Grunde nur heißen konnte: DAS FEST.
Wie in den Jahren vorher, haben sich die Schreibenden auch dieses Mal auf ein literarisches Spiel eingelassen, für das sie sich bereit erklärten, einen Satz und zwei Begriffe, die von den Veranstalter*innen vorgegeben waren, in ihre Texte einzubauen. Der Satz sei gleich hier verraten, denn er wurde titelgebend für die gesamte Veranstaltung und lautet: „Hilfe kommt aus Bregenz“. Er ist einem rätselhaften Tagebucheintrag Franz Kafkas vom 6. Juli 1916 entnommen, für den in der einen oder anderen Geschichte unserer eingeladenen Autor:innen vielleicht erstmals eine plausible Erklärung zu finden ist.